Quelle: Meller Kreisblatt - Heike Dierks

Eickens Handballer haben ein packendes Landesligaderby gegen die HSG Grönegau-Melle am Samstagabend vor beeindruckender Kulisse mit 34:28 (13:10) gewonnen.

Melle. Die Gäste stemmten sich bis zum Schluss mit viel Herzblut gegen die Niederlage. Durch das 28:34 stecken sie nun noch tiefer im Abstiegsstrudel, während sich Eicken wieder an den punktgleichen Hoykenkampern vorbei auf den zweiten Tabellenplatz schiebt und beste Aussichten im Kampf um den Relegationsplatz hat.

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Viele packende Aktionen bot das Landesligaderby – hier versuchen die HSG-Spieler Nico Lindenthal und Lukas Möllersmann Eickens Albert Brack (von rechts) aufzuhalten. Foto: Heike Dierks

„Wir haben es selbst in der Hand“, freute sich ESV-Trainer Maik Rapczinski nach Spielschluss über die Konstellation im Aufstiegsrennen vor den letzten beiden Begegnungen der Saison bei Abstiegskandidat Bissendorf-Holte II (6. Mai) und zu Hause gegen Dinklage (13. Mai).

Doch um diese gute Position musste sein Team im Nachbarschaftsduell intensiv ringen. „Wir wussten, dass es nicht leicht wird. Ein Derby hat seine eigenen Gesetze. Unsere Leistung war nicht optimal. Und die HSG hat gezeigt, dass sie ein Landesliga-taugliches Team hat“, so Rapczinski. Wenn diese mit dem Kader aus dem Derby häufiger hätte antreten können, würde sie in der Tabelle besser dastehen, bemerkte der gegnerische Coach angesichts des anhaltenden HSG-Verletzungspechs.

 

Rund 260 Zuschauer verfolgten den Hit in der ausverkauften und zeitweilig schier bebenden Eickener Sporthalle, einige davon per Videoübertragung im angegliederten Vereinsraum.

Die Partie begann ausgeglichen. Die ESV legte ein Tor vor, doch der Tabellenletzte zog nach. Auf beiden Seiten wurde kräftig zugepackt, immer wieder gab es Unterbrechungen. Die Wichtigkeit des Aufeinandertreffens war jederzeit spürbar. Ausgerechnet in Unterzahl erarbeiteten sich die Hausherren den ersten Zwei-Tore-Vorsprung zum 5:3 (14. Minute). Doch in einer insgesamt hektischen Partie ließen sich die Tiger nicht abschütteln – auch, weil der Aufstiegsaspirant den Abstiegskandidaten durch eigene Fehler immer wieder herankommen ließ. So blieb es lange spannend. Erst in Richtung Halbzeit konnte sich der Favorit mit drei Toren absetzen (13:10 zur Pause).

Der zweite Durchgang blieb umkämpft und hitzig, doch mit der Zeit konnte Eicken den Vorsprung über 18:13 (36.) und 23:17 (46.) ausbauen. Trotz der Vorentscheidung steckte die HSG nicht auf und schaffte durch den starken Lukas Möllersmann den 23:27-Anschluss (52.).

Die Menge ging stets mit. „De-fense!“, skandierten die ESV-Fans, begleitet durch rhythmisches Trommeln auf die Bande, wenn ihr Team in der Abwehr gefordert war. Die 70 HSG-Anhänger hielten lautstark dagegen. Zum Ende feierten die Eickener ihr Team mit Sprechchören: „Derbysieger, Derbysieger!“ Auch die HSG wurde nach dem Abpfiff für ihren großen Einsatz mit Applaus bedacht.

Erfolgreichste Werfer waren Lukas Möllersmann (HSG) mit sieben Toren sowie Michael (12) und Albert Brack (10) bei der ESV.

HSG-Coach Jörg Pag war mit der Leistung seines Teams und vor allem mit dem Auftakt zufrieden, ärgerte sich aber über einen Ergebnisfehler auf der Anzeigentafel zuungunsten der Gäste (beim Stand von 5:5 war ihnen fälschlicherweise ein Tor abgezogen worden), der erst in der Halbzeitpause korrigiert wurde. „Wenn man den Fehler rechtzeitig behoben hätte, wären wir zwischenzeitlich in Führung gegangen, das wäre ein ganz anderes Gefühl gewesen.“ Zugleich bescheinigte er Eicken die reifere Spielanlage und die höhere individuelle Qualität. „Da konnten wir nicht bis zum Ende mithalten.“

Bereits am Mittwoch um 19.30 Uhr tritt die HSG zum nächsten Spiel mit Finalcharakter im Abstiegskampf bei Bissendorf-Holte II an.

Eicken: Drosselmeier, Erdmann, (beide im Tor) Bolte, Hagemann (3 Tore), Artur Brack (2/2), Albert Brack (10), M. Brack (12/3), Azattemür, Ernst, Heistermann (1), Wetzstein (5), Sundermann (1);

HSG: Placke, Oberdiek (beide im Tor), Spence (1 Tor), Bode (1), Poerschke, Osthues, Möllers (5), Allerdissen (6/3), Bartels (3), Lampen, Lindenthal (2), Möllersmann (7), Krystosek (2), Trinogga (1).

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