Aufgrund des derzeitigen Platzes an der Tabellenspitze der D-Jugend der Mädchen in der Handballregion Osnabrück konnte sich die WJD-1 der HSG Grönegau-Melle für dieses Vergleichsturnier der derzeit besten D-Jugend-Mannschaften Niedersachsens qualifizieren. Das allein ist bereits eine außerordentliche Leistung des überwiegend jungen Meller Teams. Mit nur drei Mädchen des älteren Jahrgangs aus 2005 und sechs Mädchen des jüngeren Jahrganges 2006 ging es morgens mit einsetzendem Schneefall bereits um 7:00 Uhr auf nach Peine in die Halle der HSG Nord Edemissen.

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Die Meller D-Mädels beim HVN-Turnier in Edemissen.

(Foto: Stefan Bitter)

 

Die Meller konnten sich die beiden ersten Duelle der Konkurrentinnen in Ruhe ansehen und Turnierluft schnuppern. Relativ schnell klar war, dass der TKJ Sarstedt mit seinen Mädchen das Turnier dominieren würde. Die Meller HSG traf dann in ihrem ersten Turnierspiel auf die JSG Münden/Volkmarsh., die mit vielen Spielzügen versuchte die Abwehr der Mellerinnen aus der Reserve zu locken. Zuvor war im Training eine möglichst defensive 1:5 Deckung geübt worden, die sich für die im Wesentlichen körperlich kleinen Meller Spielerinnen als passend herauskristallisierte. Unsere Mädels spielten das erste Spiel konzentriert gegen einen starken Gegner, zeigten aber noch nicht die beste Turnierleistung. Ein zwischenzeitlicher Rückstand von 4 Toren konnte bis zum Endstand auf 8:6 für JSG Münden/V. reduziert werden. „Aber bereits da wurde deutlich, dass unsere kleinen und schnellen Mädchen sich nicht verstecken mussten, wenn sie sich auch noch nicht trauten das Spiel an sich zu reißen“, so Trainerin Hoffmann. Die Abwehr stand hier insbesondere auf Außen nicht sicher. Einlaufende Gegenspielerinnen konnten nicht schnell genug abgewehrt werden und das Anspiel an diese nicht genügend unterbunden werden.

Im zweiten Duell gegen die Mannschaft des TuS Bothfeld steigerte sich der Tigerentennachwuchs aus Melle deutlich und begeisterte mit einem Endstand von 6:2 für die Meller auch die mitgereisten Zuschauer aus dem Grönegau. Das Konterspiel über die schnellen Außenspielerinnen links Lisanne und rechts Franzi S. gelang gut. Die Mädchen setzten sich voll ein, alleine in diesem Spiel erhielten die Mädels aus Melle zwei Siebenmeter zugesprochen, die sicher verwandelt wurden.

Hoch motiviert ging es anschließend gegen die Ausrichter von der HSG Nord Edemissen, die nun nach dem ersten Sieg völlig frei aufspielenden Mellerinnen nicht gefährlich werden konnten. Der Angriff über die linke Seite mit Fiona und Sina war nicht zu stoppen. Am Ende hieß es 9:3 für Melle.

Das folgende Spiel gegen die HSC Ehmen wurde zum unschönsten und härtesten des Tages. Die Gegnerinnen ließen kein wirkliches Spiel der Mellerinnen aufkommen, klammerten und hielten auch die Spielerinnen ohne Ballbesitz fest, was der dominantesten Spielerin aus Ehmen dann gleich zweimal hintereinander eine Zeitstrafe einbrachte. Den Gegner so geschwächt, konnten die Mellerinnen die knappe Führung von 5:4 trotz eines Siebenmeters gegen sich in der letzten Minute bis zum Abpfiff retten. Insbesondere in diesem Spiel zeigte Torhüterin Lilly was in ihr steckt und hielt viele sicher geglaubte Bälle der körperliche stärkeren Gegnerinnen.

Zum Schluss stand dann das schwerste Spiel gegen die Sarstedter Mädels an, die zuvor andere Teams mit deutlichem Vorsprung besiegt hatten. Mittlerweile waren die HSG Mädchen so gut ins Turnier gekommen, dass sie ohne Angst agierten und den Angriff der Sarstedterinnen klug störten. Pässe an den Kreis wurden von Verena vereitelt, die stark spielende Torschützenkönigin des Gesamtturniers wurde von Hanna in Schach gehalten und konnte so „nur“ zwei Treffer erzielen. Die wirklich gute Torhüterin aus Sarstedt hielt gut dagegen und vereitelte gekonnt den einen oder anderen Wurf der Mellerinnen. In einem Krimi bei einem Spielstand von 8:8 und noch 30 Sekunden auf der Uhr, setzten sich die körperlich und altersmäßig deutlich überlegenden Spielerinnen aus Sarstedt am Ende knapp mit 9:8 durch und gewannen das Turnier. Die Mellerinnen erreichten einen hervorragenden 3. Platz, „und das mit einer Leistung auf die alle Beteiligten sehr stolz sein können“, wie HSG-Trainerin Birgit Hoffmann sehr zufrieden berichtete.

Die präsentierte Leistung resultierte neben der dynamischen und aktiven Abwehr aus dem hohen Tempo und dem überaus energischen Einsatz der Mädchen auch im Angriff, so dass die Angriffes des Meller Nachwuchses oft nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden konnten. Speziell Sina und Fiona hängten sich sowohl mit Tempo als auch mit vollem Körpereinsatz herein und waren nur schwer zu stoppen. Lisanne und die „Kleine“ (wie Franzi S. von den Gegnern genannt wurde) erliefen sich immer wieder die nach vorne gespielten Konterpässe. Verena, Lotta und Franziska P. überzeugten u. a. durch ihre super Abwehrarbeit, Hanna bewegte sich sowohl in der Abwehr als auch im Angriff absolut sicher auf der halbrechten Seite. Das Fazit von Hoffmann fiel durchweg positiv aus.

Ein besonderer Dank gilt Kay Lewinsky, dem Trainer der männlichen B-Jugend der HSG Grönegau-Melle, der das Team um die Trainerin Birgit Hoffmann zu diesem Turnier begleitete und mit seinem analytischen Sachverstand die Mädchen unterstützte, sie vor jedem Spiel auf den zu erwartenden Gegner einstimmte. „Bei einem solchen Turnier lernen die Mädchen noch mehr als bei Ligaspielen“, freute sich Trainerin Birgit Hoffmann. „Tolle Mädels“, lobte der mitgereiste Trainerkollege Kay die Mannschaft nach dem Turniererfolg, und auch aus den Reihen der anderen Turnierteams erntete das junge Team der HSG Grönegau-Melle reichlich Lob und Respekt.

„Meine Mädels haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert und richtig ‚Blut geleckt’. Vor allem mit ihrem Tempo und der Beweglichkeit haben sie so manche Nachteile wie z.B. in Sachen Körpergröße ausgleichen können, spielerisch war das schon richtig gut, da brauchen wir keinen Vergleich scheuen“, bilanzierte Hoffmann. „Und als dann zwischenzeitlich Nachrichten unseres Vorsitzenden Arend Meyer zur Heide auf dem Handy auftauchten wie „freue mich wie Bolle“, obwohl er das Turnier nur am Live-Ticker verfolgte, hat uns das als Team nur noch mehr unterstützt und motiviert“, so Hoffmann. Und der Vorsitzende ergänzte in den Tagen nach dem Turnier „Der Aufbau und die Erweiterung unserer Jugendarbeit gerade im weiblichen Bereich trägt inzwischen Früchte wie die WJD-Meisterschaft in der letzten Saison oder auch jetzt in Edemissen, und ist seit einigen Jahren mit dem Wirken von Birgit Hoffmann eng verbunden. Sie ist mit viel Herzblut dabei und zieht mit ihrem Engagement auch das Umfeld mit.“ Diese Initialzündung hat in der Meller HSG lange gefehlt und bestärkt die Verantwortlichen im Grönegau darin, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. „Unser Ziel muss sein, den Mädchenhandball möglichst dorthin zu bringen, wo wir mit den Jungs bereits sind. Wie weit der Weg dann führt zeigt die Zukunft und wird weiter viel Einsatz erfordern. Wichtig wird sein, dass wir unsere Hausaufgaben vor Ort machen und uns nicht auf andere verlassen“, äußerte sich Meyer zur Heide.

Die HSG Grönegau-Melle sagt Danke

- an den HVN für die Planung und Durchführung des Turniers.

- an die Ausrichter von der HSG Nord Edemissen für ihr tolles Engagement.

- an die anwesenden Bundesligaspielerinnen, die in der Mittagspause die nicht enden wollenden Fragen der Mädchen beantworteten.

- an die Schiedsrichterinnen, die dafür sorgten, dass das Turnier in fairen Bahnen verlief.

- und auch den mitgereisten Eltern und Fans für die tolle Unterstützung. Das war für alle ein langer Tag!

Aktiv auf der Platte waren: Lilly Metternich (TW), Fiona Bitter (9), Sina Hoffmann (13), Franziska Schwandt (6), Verena Grundmann, Lisanne Rohden (3), Hanna Sell (1), Franziska Penk, Lotta Prekwinkel (2).

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