Regionsklasse Männer

TV Bissendorf-Holte IV – HSG Grönegau-Melle IV 15:25 (10:10)

Nach so einem Spiel ist es schwer einen Bericht zu verfassen, aber nicht, weil man nicht weiß was man schreiben soll, sondern weil man so vieles dazu schreiben möchte. Kurz gesagt: Solche Spiele sind der Grund warum man Handball spielt! Lange Zeit eine enge Kiste und am Ende nehmen wir die Punkte mit.

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Unterschiedsspieler der Woche: Florian „Die Krake“ Kienker war mit nur 5 Gegentreffern in der 2. Hälfte ein großer Faktor für den Erfolg der Meller. (Archivfoto: Karl-Heinz Allerdissen)

Bereits vor dem Spiel war es der Mannschaft klar, dass es ein heißer Ritt werden könnte. Trafen doch die derzeit beiden besten Deckungsreihen der Liga aufeinander. Zusätzlich war man sich bewusst auf Hans Tolksdorf zu treffen, den derzeit besten Torschützen der Liga. Und dann wird da auch noch ungewohnter Weise mit Pecke gespielt. Während den Sportkameraden, die aus Westfalen zu uns gestoßen sind, bereits das Wasser im Mund zusammenlief, bereitete der ein oder andere sich geistig auf „ungewöhnliche“ Pässe und Torwürfe vor. Dementsprechend wurde die Aufwärmzeit genutzt um Ballgewöhnung zu betreiben. Und zwar so intensiv, dass man mit einem guten Gefühl ins Match starten konnte.

Die Partie startete dann auch so, wie man es sich unter diesen Umständen vorstellen kann. Beide Mannschaften tasteten sich ab und versuchten Schwachstellen in der gegnerischen Deckung zu finden. Wie erwartet stellte sich das als nicht allzu leicht heraus. Beide Mannschaften agierten flink und flexibel in der Defensive, und wenn es dann doch mal zu einer Torchance kam waren oft die gut aufgelegten Keeper auf beiden Seiten zur Stelle. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine relativ torarme, aber nicht langweilige Partie, in der die Führung mehrfach wechselte. Kurz vor Ende der ersten Hälfte hatte die HSG-Truppe um die Mittelmänner Bolte und Tiedtke sogar die Möglichkeit mit einem kleinen Vorteil in die Kabine zu gehen, allerdings glich Bissendorf mit einem Wurf in letzter Sekunde aus, sodass die Halbzeit mit einem Unentschieden endete.

„Unsere Deckung steht super, daran kann man nichts aussetzen und wenn das nicht reicht regelt Florian. Wir müssen aber vorne konsequenter in den Abschlüssen werden.“ so die Analyse des als Coach agierenden Tino Topheide.

Mit den festen Willen die Vorgabe umzusetzen ging es dann hinaus in die zweite Hälfte und die Grönegauer schafften es sich leichte Vorteile zu erspielen. Diese wiederum wurden durch die Gastgeber zeitnah egalisiert. So ging das Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur 41. Minute weiter. Nach einem verwandelten 7-Meter zum 14:14 (die anderen drei Versuche wurden übrigens pariert) gab es einen kleinen Ruck im Team. Dadurch das man inzwischen die taktgebende Mannschaft war, wollte man jetzt die Weichen auf Sieg stellen und was soll man schreiben, es gelang. Und wie!

Auf allen Positionen wurde in der Deckung noch mehr gerackert und geackert, die seitliche Verschiebungen waren schneller und konsequenter. Es wurde super antizipiert und man brachte den Angriff der Bissendorfer vielleicht nicht zur Verzweiflung, aber immer häufiger an den Rand des Zeitspiels. Die Deckung vor dem auf ganzer Linie überzeugenden Florian Kienker zwang den Gegner zu unvorbereiteten Würfen aus dem Rückraum, welche vom Torhüter krakenartig gehalten wurden. Mit dem in der Deckung gewonnenen Selbstvertrauen ging es dann in den Angriff und auch dort wurde ein Gang hochgeschaltet. Über die erste, zweite und dritte Welle ließ man die Gastgeber nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Mühe zahlte sich aus. Die Meller legten neun Tore vor, bevor die Heimmannschaft ihr letztes Tor in der 59. Minute werfen konnte. Zehn Sekunden vor Schluss netzte Allerdissen dann zum Endstand von 15:25 ein.

„Das war großartig! Heute hat alles gepasst, super Deckung und spitzen Keeper! Aber auch im Angriff haben wir gezeigt was für eine Truppe wir sind. Jeder hat versucht den Nebenmann in Szene zu setzen und das wurde öfters, gerade in der letzten 15 Minuten, mit einem Tor gedankt. 40 Minuten Spannung und dann so ein Endspurt. Das macht mehr Spaß als jedes Torfestival!“ lobte Rechtsaußen Daniel Hoffmann die Leistung seiner Mannschaft.

Die schönsten Abschlussworte zum Spiel gab es dann aber am Abend von Jonas Bextermöller: „Ich hab noch Harz unter den Fingernägeln… herrlicher Sonntag.“ schrieb der Linkshänder am Abend in den Mannschaftschat. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Für die Vierte heißt es nach Ostern „englische Woche“, wenn das Team am Freitag, den 22.04. um 20:15 Uhr bei der HSG Osnabrück IV gastiert (Sporthalle Gottlieb-Planck-Straße, OT Schölerberg), und dann am Sonntag den 24.04. die Neuauflage des Derbys gegen die eigene Dritte (14:45 Uhr, Haferhalle) startet.

Kleiner Hinweis: Im Anschluss des zuletzt genannten Spiels trifft dann unsere Zweite um 17 Uhr auf Ankum (Hinspiel knapp mit 3 Toren gewonnen). Das schreit doch nach einem schönen Handballnachmittag  

Spielfilm 1:0, 3:3, 6:4, 9:10, 10:10 (HZ) 12:12, 14:14, 14:23, 15:25 (Ende)

Aufstellung: Florian Kienker (TW), Daniel Hoffmann (1), Marco Klocke (1), Matthias Schomöller (1), Björn Tiedtke (2), Thomas Allerdissen (2), Karim Ackermann (3), Tobias Wittler (1), Dennis Woitowitz (4), Alexander Buß, Jonas Bextermöller (4), Björn Matenaar, Henrik Bolte (3), Ulrich Pellmann (3) und Tino Topheide auf der Bank.

Quelle: Daniel Hoffmann

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